Glocke
Geschichte der Harzer Kuhglocken und ihrer Herstellung

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Eigentlich sind es "Schellen", die Kuhglocken des Harzes. -
Man sagte hier immer schon "Glocken"dazu. Sie werden nicht wie Glocken gegossen, sondern gebogen.

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   Es war recht sinnvoll, den Tieren, nicht nur den Kühen, sondern auch den Kälbern, Ziegen usw. Glocken umzuhängen, denn früher trieb man die Tiere in die Waldweide und es kam natürlich vor, dass sich das ein oder andere Tier von der Herde entfernte und der Kuhhirt es dann suchen musste.

   Kuh- und auch Ziegengeläut waren harmonisch aufeinander abgestimmt. - Ein komplettes Geläut bestand aus 36 Glocken, das für Kühe im F- Dur - Dreiklang, für Jungvieh, Schafe und Ziegen in C- Dur gestimmt war.

   Ein musikalisches Beispiel für eine ziehende Herde, ein Hirtensignal und das alte Hirtenlied "Des Morgens in der Früh" können Sie in einer alten Aufnahme hören.

   Die Bezeichnungen dafür im Harz waren Oberstump, Stump, Halbstump, Beischlag, Lammschelle, Biller, Unterbiller und der Zenker.

   Fast zwei Jahrhunderte lang wurden diese Glocken im Harzort Suderode hergestellt. Im Jahr 1764 kam der Glockenschmied Johann Kleemann nach Friedrichsdorf bei Suderode und begann dort mit der Herstellung der Glocken.Wilhelm Liesenberg beim Stimmen der Glocken Da einer seiner Söhne Musiker war, wurde dann auf eine musikalisch harmonische Abstimmung der Glocken geachtet.

   Nach vier Generationen übernahm Wilhelm Liesenberg 1898 die Fertigung der Glocken.Glockenmacher Wilhelm Liesenberg bei der Bearbeitung der Glocke Er hatte bei Christian Kleemann gelernt. Zuvor war auch Liesenberg Musiker gewesen.  Im Sommer und Herbst zog er über Land, um die Glocken der Tiere wieder in Ordnung zu bringen und neu zu stimmen.

   Nicht nur in den Harz verkaufte er seine Glocken, auch nach Schleswig-Holstein und Thüringen, Dänemark, Österreich, Rußland und sogar Amerika. Alle seine Anfertigungen waren auf Vorder- und Rückseite mit einem ovalen Stempel gekennzeichnet. -  Im Jahr 1949 starb er, und damit endete vorerst auch die professionelle Herstellung der Glocken.

  Weitere Glockenschmieden waren in Clausthal und Lerbach, in Thüringen und im Siegerland.

    Heute werden Kuhglocken wieder hergestellt von der Firma Venter in Klein-Schmalkalden, Thüringen. Speziell werden dort Souvenir-Glocken angefertigt.

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