Da
sie damit auch einen "touristischen" Beitrag leisten,
kommt bei den Viehhaltern immer mehr der Wunsch auf, die Kühe
wie früher auch mit Glocken auszustatten. Vereinzelt sind
zwar noch welche vorhanden, ab und zu kann man auch welche auf
Flohmärkten erstehen, doch bei weitem nicht in der Anzahl,
in der sie nachgefragt werden. Also kam ich auf die Idee, mich
näher mit der Herstellung zu befassen.
Früher
- und zum Teil noch heute, haben einige Leute Kuhglocken gefertigt.
Man hört aber Unterschiede im Klang - die "Liesenberg-Glocken" klingen voller und haben einen Nachhall,
der bei neueren Glocken nicht vorhanden ist. Anhand von Literatur
kam ich darauf, dass Liesenberg zur Herstellung seiner Glocken
sogenanntes "Hammerblech" verwendet hat. Das ist Blech,
das in Hammerschmieden aus Eisenblöcken zu Blech geschmiedet
wurde. Walzblech, das eben nur ausgewalzt wurde, gab es ja noch
nicht.
Durch
das Hämmern wurde das Blech stark verdichtet, und
dadurch entstehen der volle Klang und der lange Nachhall. Nimmt
man heute das Walzblech und biegt es nur in Form, ist die Glocke
weich und bekommt einen stumpfen Ton. Da es heutzutage in erster
Linie Walzblech gibt, schneide ich nach alten Vorlagen und Maßen
die Form aus und bearbeite dann das Blech mit dem Treibhammer.
Beim Verdichten des Bleches entsteht auch die Glockenform. Anschließend
wird die Glocke an den Seiten verlötet und Galgen (Ösen)
eingefügt für Klöppel und Riemen. Der Klöppel
wird dann aus Rundeisen geschmiedet.
Auch Ziegen- und Schafglocken werden in entsprechenden
Größen hergestellt. - Touristen fragen vermehrt nach
Glocken als Souvenir. Die ersten Glocken habe ich 1991 angefertigt
- inzwischen ist es mein Hobby geworden.